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8. Bevenser Schlaganfall-Tag

8. Bevenser Schlaganfalltag am Samstag, den 09.05.2009

„Lieben und Leben nach Schlaganfall"
Partnerschaft und Sexualität bei Patienten und Angehörigen

von 10:30 bis 14:30 in der Diana-Klinik Bad Bevensen


Zum 8. Mal organisiert die Regionalbeauftragte der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe, Frau Dr. Bender, Chefärztin der Neurologischen Abteilung der Diana-Klinik Bad Bevensen, gemeinsam mit dem Schlagan-fall-Netzwerk Lüneburger-Heide und Umgebung einen Aktionstag zur Vorbeugung, Aufklärung und Folgen von Schlaganfall.
Diese Veranstaltung findet im Rahmen des bundesweiten Tages gegen den Schlaganfall am 10.05.2009 statt. Insbesondere die Selbsthilfegruppen aus dem Bereich Schlaganfall und Diabetes aus der Region Uelzen, Bad Bevensen und Lüneburg hatten sich für diesen Aktionstag das Thema Partnerschaft und Sexualität bei Patienten und Angehöri-gen gewünscht.
Aus diesem Grunde hat Frau Dr. Bender drei Referenten zu diesem wichtigen Thema eingeladen.

Um 10:30 Uhr wird Herr Dr. Eckhard Krause, Chefarzt der Neuropsychiatrie und Psychosomatik der Diana-Klinik, zum Thema seelische und partnerschaftliche Störungen nach Schlaganfall referieren.

Um 11:00 Uhr wird der Chefarzt der Urologie des Städt. Klinikums Lüneburg, Dr. Roberto Olianas, insbesondere die urologischen Probleme des älteren Mannes im Rahmen von Behinderung und körperlicher Erkrankung besprechen.

Von 11:30 bis 12:00 Uhr wird die als Spezialistin für sexuelle Störungen im Rahmen von Behinderungen europaweit bekannte Sexualberaterin Nina de Vries ein Referat zum Thema Sexualität nach Schlaganfall bzw. Behinderung halten.
Die Holländerin Nina de Vries hat das neue Berufsbild Sexualbegleitung begründet. Nina de Vries hat eine therapeutische und Massageausbildung absolviert. Seit 10 Jahren ist Nina de Vries in Deutschland in diesem Spezialbereich tätig und arbeitet mit Einrichtungen der Behindertenarbeit zusammen, bietet Workshops an, wirkt an Tagungen und Seminaren mit und bildet seit 2004 Sexualbegleiterinnen aus. Des Weiteren ist Nina de Vries Beraterin der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe zu diesem Thema und hält regelmäßig deutschlandweit Vorträge zu diesem interessanten Thema.

Von 12:00 Uhr bis 12:30 Uhr findet eine Podiumsdiskussion mit anonymen und offenen Fragen statt. Die Teilnehmer haben die Gelegenheit anonym Fragen auf Zettel zu schreiben, die später einsammelt und vorgetragen werden.

Aus der täglichen klinischen Erfahrung weiß Frau Dr. Bender, dass sich nach einem Schlaganfall die Lebenssituation eines Betroffenen und des Lebenspartners häufig abrupt ändert und auf beiden Seiten Unsicherheiten über die Bedürfnisse und Gefühle des Anderen bestehen. Hierbei können körperliche Folgezustände nach Schlaganfall das Bedürfnis nach Sexualität und die Empfindungsmöglichkeiten eines Betroffenen verändern. Aber auch Gefühle der Traurigkeit und mangelndes Selbstwertgefühl können zu Schwierigkeiten in der Sexualität und in der Partnerschaft führen. Durch eine intensive Begleitung von Patienten und Angehörigen durch Ärzte, Therapeuten und Psychologen kann es häufig wieder gelingen, ausreichende Nähe und Vertrautheit zwischen Partnern wieder herzustellen und evtl. zu anderen Formen von Sexualität zu finden. Behutsamer Körperkontakt, Zärtlichkeit und Angenommenwerden sind wichtige Bestandteile einer Beziehung und können auch im Rahmen von Behinderungen intensiv gelebt werden.
Grundsätzlich gilt, dass durch einen Schlaganfall die sexuellen Bedürfnisse und die sexuelle Leistungsfähigkeit des Betroffenen nicht zwangsläufig beeinträchtigt ist. Die Angst vieler Schlaganfall-Patienten, durch die körperliche Anstrengung, die mit dem sexuellen Akt verbunden sein könnte, einen neuen Schlaganfall zu erleiden, ist in der Regel unbegründet. Bei einem evtl. bestehenden Bluthochdruck kann der Arzt entsprechende Medikamente verschreiben. Es kann auch sehr hilfreich sein, Medikamente auf mögliche Neben- und Wechselwirkungen zu untersuchen. Insbesondere bestimmte Bluthochdruck-Medikamente (z.B. Beta-Blocker) oder bestimmte Psychopharmaka (z.B. Antidepressiva), selten auch Cholesterinsenker, können die Libido bzw. sexuelle Lust beeinträchtigen. Gelegentlich kann es auch hilfreich sein, gezielt Medikamente oder Hormone einzusetzen, um das sexuelle Bedürfnis bzw. die Potenz zu steigern. Hier sind insbesondere Gespräche mit Urologen und Gynäkologen häufig sehr hilfreich.

Ein zweiter wichtiger Schwerpunkt auf dem 8. Schlaganfalltag ist wieder die Vorbeugung (Prävention). Im Rahmen der Vorsorge kann jeder Besucher ein Risiko-check-up vornehmen lassen. Körpergröße, Körpergewicht, Blutzucker- sowie Cholesterin- und Blutdruckmessungen werden kostenlos durchgeführt.
Des Weiteren werden Frau Reuter und Frau Dr. Quandt, Oberärztinnen der Neurologischen Abteilung, orientierende Ultraschalluntersuchungen der Halsgefäße durchführen.
Ein Infostand der Diätberatung der Diana-Klinik wird neben Rezepten auch Probierhäppchen (mediterrane Kost) anbieten.
Die grünen Damen sind ebenfalls wieder mit einem Stand vertreten.
Des Weiteren werden sich wieder Mitglieder von verschiedenen Selbsthilfegruppen mit einem Stand vorstellen und Auskunft geben zu deren Treffen.

Interessierte, Betroffene und Angehörige medizinischer Berufe sind zu dieser Veranstaltung herzlich eingeladen.

 

Dr. G. Bender
Chefärztin der Neurol. Abteilung
Regionalbeauftragte der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe


 

Das Programm entnehmen Sie bitte folgendem Flyer:

  Flyer 8. Bevenser Schlaganfall-Tag